Kindheitscollage


             Ich mag fünf Jahre alt gewesen sein. An einem Abend, als ich schon im Bett lag, erschien eine riesige Plüschblume, die so, aus krauser Hülle, mir ins Gesicht fuhr. In ihrem Inneren saß die Großmutter; die Mutter meiner Mutter. Aber nicht darin lag die Schwierigkeit des Tags, sondern zu Anfang, wenn die Flügeltür sich auftat. Im Hintergrunde des großen Zimmers erschien mir das Ufer des Erwachsenseins durchs Flussbad vieler Jahre von dem meinen so geschieden wie jenes Ufer. Ich hatte längst verlernt zu fallen aber nun geschah es, dass ich schließlich zur Überzeugung kam, das Blumenbeet kenne diese Stunde, die wie ein Pfeil im Herzen des Tages zittert. Etwas Sonntag blieb auf dem Grund der Woche. Und meiner Müdigkeit kam vor, sie entzauberte die düstere Elternwohnung als ihr Ingenieur und suchte nach Ostereiern. Übrigens hieß es nicht Blumes-Hof, sondern Blume-zof.

Franzi